In diesem Projekt setzten wir unseren Fokus auf die Stärken, die individuellen Eigenschaften und auf die Wahrnehmungsfähigkeit aller Sinne (auch des Eigensinns!) der behinderten Jugendlichen. Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass Menschen mit geistiger Behinderung genauso lern- und entwicklungsfähig sind, wie nicht behinderte Menschen. Die Bildende Kunst verschafft den behinderten Jugendlichen wunderbare Aktions- und Artikulationsmöglichkeiten.

Ein Bildhauer der Jugendkunstschule arbeitete während einem Schuljahr, unterstützt durch eine Lehrerin/einen Lehrer der Schule, in den Räumen der Jugendkunstschule mit 24 geistig behinderten Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren mit dem Material Holz, Karton und Farbe. Die Jugendlichen bauten mit den genannten Materialien beispielsweise ein Modell ihres eigenen Hauses und entdeckten dabei ihre eigene Kreativität und Phantasie. Durch das intensive gestalterisch-kreative Schaffen während der 9 Monate wurde neu Beachtetes, bislang Fremdes zu Vertrautem. Wesentlich war in diesem Projekt, dass es kein vorgegebenes Ziel gab. Der Sinn des Tuns lag unter anderem auch im Erlebnis des Schaffens. Die Gestaltungen entstanden aus der Situation heraus.

In diesem Kunstprojekt wurde das Selbstbewusstsein, die Ausdrucksfähigkeit, die sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit, als auch die Auseinandersetzung mit der realen Welt (Was benötigt ein Haus, damit man darin wohnen kann?) geschult. Der Ideenreichtum der behinderten Jugendlichen war unerschöpflich!