Die Dämonin Putana verwandelt sich in eine bezaubernde Frau und begibt sich auf den abenteuerlichen Weg durch den Dschungel der sie zum Haus von Krishna bringt. Dieses göttliche Kind soll sie umbringen, so lautet der Auftrag von König Kamsa …

Diese spannende und sehr populäre Episode aus der indischen Mythologie war das Schwerpunktthema der Indien AG an der Loretto Grundschule Freiburg. Die traditionelle aus dem südindischen Kerala stammende Geschichtenerzählform Thullal lieferte dabei die Grundlage für die vielfältige Arbeit mit Rhythmen, Tanzschritten, Handgesten, Mimik und Gesang. Die ca. 130 Zeilen dieser Geschichte sind ein Auszug aus der Übertragung des Originaltextes in Malayalam (Landessprache Keralas) durch den Freiburger Künstler und Thullal Tänzer Hartmut Schmidt. Neben den Gruppenszenen wie z. B. dem Anfangsritual „Dem-Boden-den-Respekt-erweisen“ und dem anschließenden Gebet für den Gott Ganesha (der, der alle „Hindernisse“ aus dem Weg räumt, siehe Video), lernte jedes Kind auch einen Textteil bzw. eine Rolle für einen Solopart. Zahlreiche Wiederholungen der Textzeilen, Rhythmen und Tanzschritte erforderten viel Disziplin und Ausdauer. Das Zubereiten eines traditionellen indischen Reisgerichtes (und deren Verzehr nur mit der rechten Hand), das Gestalten von Blumenmandalas und die faszinierenden Berichte über den Alltag der Menschen in Kerala durch Herrn Schmidt, rundeten die Projektarbeit ab. Fast alle Kinder haben auch das Vorjahresprojekt der Klasse 3c an der Loretto Schule mitgemacht – Bhima trifft Hanuman – Ein Lehrstück für große Helden (Info siehe Link) – und sich so mittlerweile zu kleinen „Experten“ für diesen Kulturkreis entwickelt.

Die Projektziele waren die kreativen, schauspielerischen und emotionalen Fähigkeiten der Schülerinnen zu stärken und weiterzuentwickeln. Durch das Arbeiten mit Sprache, Ritualen, Tanz- und Theatertechniken und dem Kennen lernen von mythologischen genauso wie aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen in Indien, die Akzeptanz und das Verständnis für andere Lebensformen und Kulturen fördern und so dem Entstehen von Vorurteilen entgegenwirken.