Sie sind Hauptschüler, Migranten und muslimischen Glaubens – und sie haben im Schulprojekt mit der Sozialpädagogin und Filmemacherin Barbara Davids Gedichte geschrieben, die ihnen direkt aus der Seele sprechen. Von Heimweh, Krieg und Flucht, von Familie und Glaube und Hoffnung. Von dem oft schmerzhaften Spagat zwischen den traditionellen Werten der Eltern und der Realität, die sie hier umgibt.

Die Gedichte zeugen von der großen Dringlichkeit, Dinge „zur Sprache zu bringen“. Die Jugendlichen haben eine neue Beziehung zur deutschen und zu ihrer Heimatsprache entwickelt. Der Straßenslang, der bisher für sie „Deutsch“ repräsentierte, ist fast vollständig aus ihrer Umgangssprache verschwunden. Die Verbindung der heimat-sprachlichen und deutschen Zeilen der Gedichte haben wahrnehmbar Sprache und Zugehörigkeitsgefühl verändert.

Der Musiker Matthias Baumann hat diese Gedichte mit eindrucksvoller Musik untermalt und zum Klingen gebracht.Bei einem gemeinsamen Wochenende in Frankreich entstanden unter Anleitung der Künstlerin Hilde Bauer zu jedem der Gedichte persönliche Bilder der Autorinnen und Autoren, die in das Booklet der Musik-CD „Weit vom Auge – weit vom Herz“ Eingang fanden.

Mit ihrem Werk wurden die Jugendlichen von der Bildungsinitiative „Kinder zum Olymp!“ als bestes Projekt 2012 in der Kategorie Literatur ausgezeichnet. Die Gruppe stellte ihr Projekt in mehreren Vernissagen, u. a. vor einem großen Auditorium im Freiburger Goethe-Institut, vor.

Zur Zeit ertanzt die Gruppe gemeinsam mit Jugendlichen der Freiburger Tanzkompagnie „Juvenile Maze“ unter der Leitung von Anita Khosravi die Choreographie zu ihren Gedichten.